Interview: Kraut und Korn im Gespräch mit Möbel Brucker

Interview: Kraut und Korn im Gespräch mit Möbel Brucker

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Herr Dockhorn, stellen Sie uns bitte ihr junges Unternehmen „Kraut und Korn“ kurz vor.

Kraut und Korn ist eine Kräuter- und Gewürzmanufaktur aus der Eifel, die einzigartige und spannende Mischungen mit Wildkräutern kreiert. Es ist ein Stück weit die Schönheit des Einfachen, die Kraut und Korn ausmachen - getreu der Devise „Natürlich, nachhaltig und hausgemacht“. Mit der spannenden und vielfältigen Aromatik der Wildkräuter entstehen vollkommen neue Geschmackserlebnisse.

 

Was hat Sie zur Gründung bewegt?

Ich bin gelernter Hotelfachmann und konnte in der Vergangenheit viel Erfahrungen sammeln. Alle die Jahre habe ich mich sehr intensiv mit meiner Ernährung und dem Thema Zusatzstoffe auseinandergesetzt. Ein Schlüsselmoment war, als ich erfahren habe, dass in jedem raffinierten Salz Zusatzstoffe, so genannte Rieselhilfen enthalten sind, die nicht deklariert werden müssen. Wenn ich weiß, was in einem Produkt enthalten ist, kann ich bewusst entscheiden. So fehlt mir diese Freiheit und aus Ärger wurde Tatendrang. Mir sind guter Geschmack und ehrliche Qualität wichtig, ohne Zusätze oder versteckte Inhaltsstoffe. Kraut und Korn liefert den Beweis, dass man mit natürlichen Zutaten großartigen Geschmack bekommen kann.

 

Was gab den Ausschlag zu Ihrer Gründung?

Es war im Dezember 2018 bei der Taufe meines Sohnes. Ich probierte mich an einigen gängigen Gewürzmischungen für Kräuterbutter. Darunter auch wirklich hochpreisige. Der Geschmack war ernüchternd, die Zutatenlisten enthielten teilweise Zucker und Aromen. Da ich schon immer ein Faible für Wildkräuter hatte, begann ich einfach zu probieren. Zum Leidwesen meiner Frau türmten sich innerhalb kürzester Zeit mehr als 120 verschiedene Gewürze, Kräuter und Pflanzenteile in unserer Küche. Geschmacklich konnte ich sie dann aber überzeugen.

 

Seit wann gibt es Ihr Unternehmen?

Meine ersten eigenen Mischungen riefen in mir Begeisterung hervor. Ich habe dann viele Gespräche mit Gründern geführt und Erfahrungswerte erkundet. Schon am 28. Januar 2019 habe ich meine Selbstständigkeit und das Unternehmen „Kraut und Korn“ angemeldet. Im Juni 2019 erfolgte der erste Verkauf des Produktes. In diesem Monat wird Kraut und Korn offiziell ein Jahr alt und hat Laufen gelernt.

 

Wie schauen Sie in die Zukunft?

Meine Kunden sind genussaffine Menschen, die wissen möchten, was sie essen und denen Transparenz wichtig ist. Mein Ziel ist es, langsam zu wachsen und das Unternehmen nach und nach aufzubauen. Es gibt bereits Nachfragen von Kunden aus der Schweiz, aus Österreich, Belgien und Luxemburg. Dazu müssen aber die gesetzlichen Bestimmungen und die die Art des Versandes geprüft werden. Da ich ausschließlich mit dem Lieblingsladen ums Eck zusammenarbeite – sprich Feinkostläden, Hofläden, Regionalläden und Concept-Stores – dauerte es eine Zeit, Kraut und Korn aufzubauen. Aber das ist gut so, ich lerne jeden Tag dazu.

 

Was macht Ihre Produkte so besonders?

Die naturnahen Mischungen stellen von der Aromatik eine einzigartige neue Geschmacksrichtung dar. Durch den Einsatz von Wildkräutern bekommen die Produkte eine ganz besondere Note. Oft wird Salz als günstiges Basisprodukt bei der Gewürzherstellung verwendet. Ich dagegen halte den Salzgehalt bewusst gering. Beispielsweise hat das Wildkräutersalz „Wilde 13“ einen Kräuteranteil von 50 Prozent. Marktüblich sind 17,5 Prozent – der gesetzliche Mindestanteil. Zudem sind Produkte von Kraut und Korn immer frei von Rieselhilfen, Aromen, Zusatzstoffen und sonstigem Firlefanz.

 

Was bedeutet für Sie Nachhaltigkeit?

Ich denke und handele für die Generationen nach uns und produziere so nachhaltig wie möglich. Für die Etikettierung meiner Gewürzgläser verwende ich zum Beispiel veganen Kleber, die Kartonagen sind aus recyceltem Material. Aber es ist klar, dass Pfeffer nicht in der Eifel wächst und einige Zutaten einen langen Transportweg hinter sich haben. Das liegt in der Natur einer Gewürzmanufaktur. Deswegen ist Kraut und Korn s nachhaltig wie möglich. Ich will auch hier offen und ehrlich mit den Kunden umgehen. Im Interesse unserer Umwelt spende ich zehn Prozent pro verkauftes Glas an Nachhaltigkeitsprojekte. Der Schwerpunkt liegt hier darin, den Kindern von klein auf den richtigen Umgang mit unserer Umwelt beizubringen. Natürlich möchte ich mit Kraut und Korn Geld verdienen. Aber nicht um jeden Preis.

 

Was ist Ihre Lieblings-Gewürzmischung?

Mein Lieblingswürzt ist die Mischung „Ungezähmt“, weil diese pikant und nicht zu scharf ist. Zudem hat sie eine tolle Grundwürze. Diese Eigen-Kreation ist zudem mit einer ungewöhnlichen Story verbunden. Weil ich die Herkunft einer mir geschenkten Gewürzmischung aus Italien nicht kannte, habe ich mir selbst eine aus diversen Naturkräutern hergestellt. Die Namensfindung „Ungezähmt“ erfolgte nach einem mehrtägigen Brainstorming mit Freunden und Bekannten.

 

Wie ist das Feedback der bisherigen Kunden?

Das Feedback ist überwältigend. Ich habe 2019 nach vier Wochen die Hälfte der erhofften Jahresproduktion verkauft. Es ist schön zu merken, dass vielen Menschen die gleichen Dinge wie mir wichtig sind. Besonders freue ich mich, dass meine Kunden mit jedem Glas nachhaltigen Projekte unterstützten. Trotzdem - bei aller Nachhaltigkeit muss das Produkt in erster Linie schmecken. Und beim Geschmack punktet Kraut und Korn einfach richtig gut.

Das Gespräch mit Hendrik Dockhorn führte Dennis Bubenzer

Die leckeren Gewürzmischungen von Kraut und Korn erhaltet Ihr entweder in unserem Restaurant oder auf der Website => https://krautundkorn.de

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