Mitarbeiter seit über 40 Jahre bei Möbel Brucker

Mitarbeiter seit über 40 Jahre bei Möbel Brucker

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Ferntouren seit über 38 Jahren

Das Möbelhaus Brucker zählt zu den größten Arbeitgebern in der Gemeinde Kall. Rund 300 Mitarbeiter finden in dem Familienunternehmen, das für eine große Betriebstreue der Mitarbeiter bekannt ist, Beschäftigung. Sie alle wissen das angenehme Betriebsklima, die flachen Hierarchien und die mitarbeiterfreundlichen Arbeitsbedingungen im größten Möbelhaus der Region sehr zu schätzen. Lebendiges Beispiel ist der 60-jährige Auslieferungsfahrer Wolfgang Feder, der seit nunmehr 40 Jahren dem Familienunternehmen angehört und zufrieden auf diese Zeit zurückblickt: „Ich bin immer fair behandelt worden“. Der aus Kall-Dottel stammende und inzwischen in Kall wohnende Mitarbeiter ist unter den 35 Auslieferungsfahrern einer der Dienstältesten. Er fährt seit 38 Jahren Ferntouren für die Auslieferung und Montage der Möbel. Feder, der in vier Jahrzehnten die rasante Entwicklung des Unternehmens miterlebt hat, lieferte in der Vergangenheit Möbel nach Paris, St. Tropez, Österreich, in die Schweiz oder bis an die polnische Grenze aus. Auch deutsche Großstädte, wie zum Beispiel Berlin hat Feder mit dem Brucker-Möbelwagen angesteuert. Ein Job, der ihm bis auf den heutigen Tag immer noch Spaß macht.

Vertrag per Handschlag

Firmen-Urgestein Wolfgang Feder verlebte seine Jugend in Dottel und absolvierte nach seiner Schulzeit eine Lehre als Schreiner. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung leistete er bei der Luftwaffe in Ulmen und Geilenkirchen den damals vorgeschriebenen 15-monatigen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr ab. Bei der Jobsuche für die Zeit nach der Bundeswehr wurde der damals 20-Jährige von einem Bekannten auf das Möbelhaus Brucker aufmerksam gemacht. Und weil auch Feders Vater den damaligen Firmenchef Ernst Brucker kannte, suchte der junge Schreinergeselle das Gespräch mit dem Brucker-Chef. Der lud ihn zum Vorstellungsgespräch ein. Die Zusage Bruckers „Du kannst morgen hier anfangen“ wurde mit Handschlag besiegelt. Einen Arbeitsvertrag gab es nicht. Feder: „Beim Chef galt ein Wort als ein Wort“. Am nächsten Tag im Möbelhaus anfangen konnte Wolfgang Feder jedoch nicht, denn er hatte noch einen Monat Wehrdienst abzuleisten. Nach Ende seiner Bundeswehrzeit trat Feder umgehend seine Arbeit bei Möbel Brucker an, wo er auch den Firmengründer Ernst Brucker Senior noch kennenlernte und wo er die erste Zeit als Springer eingesetzt wurde. Danach wurde er schon bald in das Fern-Team aufgenommen, das Möbeltransporte in größeren Entfernungen erledigte. Die Firma finanzierte ihm damals den Lkw-Führerschein mit der Auflage, dass er mindestens fünf Jahre im Unternehmen bleibe.

500km hin und wieder zurück

1982 schaffte die Firma Brucker für Fernfahrer Wolfgang Feder einen großen LKW an. Seitdem ist er nun auf seinen Ferntouren unterwegs, um Möbel auszuliefern und bei Bedarf mit zu montieren. Seine Möbel-Fracht lud er damals noch aus den alten Lagerhallen am heutigen Siemensting und am Bahnübergang am Stürzerhof ein. Seit 20 Jahren kann er sich dabei auf die Unterstützung seines Spannmann Sergej Schott verlassen. Dabei erinnert sich Wolfgang Feder an eine Lieferung nach Paris, die innerhalb eines langen Tages erledigt wurde. „500 Kilometer hin, ausgeladen und montiert und dann 500 Kilometer zurück“, beschreibt Feder diese ungewöhnliche Aktion. Derartige Abenteuer seien allerdings recht selten. Eher komme es vor, dass er schon mal eine Woche lang mit dem Möbelwagen unterwegs sei, um Kunden im Ausland zu beliefern. In den Anfangsjahren habe er mit dem Lkw Möbel und damals schon hochwertige Küchen bei den Herstellern in Belgien abgeholt. Und wenn am Wochenende noch Restlieferungen zu erledigen gewesen seien, habe Firmenchef Ernst Brucker beim Verladen selbst mit angepackt.

Über 2.000.000 Kilometer

Wie viele Kilometer der 60-Jährige in den 38 Jahren seiner Fernfahrten zurückgelegt hat, vermag er nur zu schätzen. Er fahre jedes Jahr rund 60.000 Kilometer. Somit sind es über zwei Millionen Kilometer, die er im Dienst des Möbelhauses zurückgelegt hat. In all den Jahren ist Fernfahrer Wolfgang Feder unfallfrei unterwegs. Er wurde nur einmal unverschuldet in einen Unfall verwickelt, als ein anderer Brummi-Fahrer auf der Autobahn ein Stauende übersah und auf den Brucker-Lkw auffuhr.Auch Krankfeiern war für Feder ein Fremdwort. Den Spaß an der Arbeit hat er bis auf den heutigen Tag auch deshalb nicht verloren, weil er jeden Tag mit Menschen zu tun habe. Und, so der 60-Jährige: „Ich bin unterwegs ein freier Mann“. Pläne für die Zeit nach dem Eintritt ins Rentenalter in gut vier Jahren schmiedet das Ehepaar Feder schon jetzt. Von Kall soll dann der Umzug in den Schwarzwald erfolgen, wo der Naturfreund mit seiner Gattin den Ruhestand genießen möchte.

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